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Hinter den Kulissen: Anette Strohmeyer

„Meine Figuren entwickeln ein Eigenleben“

„Moment, ich muss noch die Daten speichern“, sagt Anette Strohmeyer und ist dann auch gleich bereit fürs Telefoninterview. Genau so stellt man sich das doch im Idealfall vor: die rastlose Autorin, die nonstop über ihrem Werk brütet. Und die man nun unterbrechen darf, um mit ihr über die Arbeit am neuen, dritten Ondragon-Band zu sprechen. „Mich quält gerade der Showdown“, gesteht sie, und da sei eine kleine Unterbrechung durchaus hilfreich. Fein also.

Den Schluss eines Buches empfindet Anette Strohmeyer grundsätzlich als besondere Herausforderung. „Denn dann müssen alle verknüpften Fäden stimmen.“ Erst kürzlich ist ihr eine kleine Unstimmigkeit aufgefallen. Um das wieder hinzubiegen, ging ein ganzer Tag drauf. Einfacher fällt ihr der Einstieg. Anette Strohmeyer lässt sich dann treiben von ihren Ideen und ist immer wieder überrascht von dem Eigenleben, das ihre Figuren entwickeln. „Die machen dann plötzlich Sachen, die man gar nicht vorausgesehen hat“, sagt sie. „Und die ich manchmal auch gar nicht möchte.“ In imaginativen Zwiegesprächen lenkt sie den Verlauf der Geschichte wieder in die richtige Bahn.

In Dubai Inspiration für Band 4

Listen helfen ihr dabei, nicht den Überblick zu verlieren. Über ihrem Rechner hängt eine vollgeklebte Pinnwand mit Informationen zu Charakteren, Kapiteln oder auch Outtake-Szenen, die vielleicht noch mal in Frage kommen könnten. Auf Reisen holt sie sich Inspirationen für ihre Geschichten. Erst kürzlich hatte sie eine Dubai-Reise mit ihrem Partner zu einem Recherchetrip umfunktioniert. Die Eindrücke hieraus möchte sie für den vierten Ondragon-Thriller nutzen.

Die zündende Idee für den dritten Band „Nullpunkt kam ihr, als sie von einem Elektroauto des US-Herstellers Tesla hörte. Sie recherchierte nach der Namensbedeutung und stieß auf den kroatischen Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla. „Er war ein Genie, hat für Edison gearbeitet, den Wechselstrom erfunden und auch Handys und Fernbedienungen vorausgesehen“, erläutert Anette Strohmeyer. Insbesondere aber war er ein Vordenker im Bereich erneuerbare Energien, hat zum Beispiel mit Wasserkraft experimentiert und wollte günstige Energie für die Massen durchsetzen. Mächtigen Wirtschaftszweigen war er im Weg, sie erklärten ihn für verrückt. Zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich um Tesla.

Problemlöser stößt auf Tesla-Erfindung

In „Nullpunkt“ ist Nikola Tesla einer der Darsteller. Anette Strohmeyer reist immer wieder zurück zu ihm ins Jahr 1899 und lässt Hauptprotagonist und Problemlöser Paul Eckbert Ondragon in der Gegenwart auf eine Erfindung stoßen, die sie Tesla zuschustert: einen Turm, mit dem man Energie versenden kann. Nach Indianerlegenden in Band eins und Voodookult in Band zwei geht es jetzt also um ein äußerst aktuelles Thema. Fantasy-Elemente gibt es aber nach wie vor, das ist Anette Strohmeyer wichtig. Sind es doch gerade die dunklen Themen, die sie faszinieren.

„Die Dunkelheit“ heißt dann auch eines ihrer ersten Werke, ein von ihr selbst sehr beeindruckend illustriertes Kinderbuch. Auch mehrere Geistergeschichten hat Anette Strohmeyer geschrieben, deren Erstlingswerk über den jungen Schwertkämpfer Raen vor zwölf Jahren entstand. Schon damals hat sie eigene Erfahrungen in ihre Bücher einfließen lassen. Anette Strohmeyer hat mal als Schwertkampftrainerin gearbeitet und kann auch sonst auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückblicken: als Köchin, als Profispielerin in der zweiten Basketball-Bundesliga und während ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin. Noch heute arbeitet sie in diesem Beruf.

„Es geht nur mit Disziplin“

Seit einigen Jahren aber nimmt das Schreiben eine besonders wichtige Rolle ein. 2010 entstand der erste Ondragon-Roman, der Name des Hauptdarstellers leitet sich übrigens von dem des kolumbianischen Fußball-Torwarts Faryd Mondragón ab. Seit Februar 2013 schreibt Anette Strohmeyer an Band drei. Disziplin bestimmt hierbei ihren Tagesablauf: morgens um neun geht es an den Rechner, bis abends wird dann durchgeschrieben. „Es geht nur mit dieser Disziplin“, sagt sie.

Wie auch die Ondragons zuvor, erscheint der neue Roman bei der Psychothriller GmbH als E-Book. „Ganz zu Beginn meiner Schriftstellerarbeit hatte ich schon eher die Vorstellung, einmal ein Buch auf Papier herauszubringen, inzwischen aber bin ich sehr glücklich über die E-Books“, verrät sie. „Denn so kann man viel aktueller arbeiten.“ So würde ein klassischer Verlag gut ein Jahr brauchen, um ein neues Buch zu veröffentlichen. Da sie ihre Arbeiten an „Nullpunkt“ im Dezember abgeschlossen haben möchte, würde das Buch also mit viel Glück zum Weihnachtsgeschäft 2014 in den Läden liegen. Nun wird das E-Book vermutlich schon im Januar im Psychothriller-Verlag erscheinen. Als bewährt spannender Lesestoff für die vielen neuen Reader, die Weihnachten 2013 unterm Tannenbaum liegen werden.

> Das Gespräch führte Simon Colin

> Anette Strohmeyer “Ondragon: Menschenhunger”

> Anette Strohmeyer “Ondragon: Totenernte”

> Anette Strohmeyer “Ondragon: Nullpunkt”

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2 Kommentare zu “Hinter den Kulissen: Anette Strohmeyer

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