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Raimon Weber: Interview-Klassiker von 2012

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Raimon Weber: Interview-Klassiker von 2012

Raimon Weber hat einen besonderen Blick für das Unheimliche. Er schrieb für preisgekrönte Hörspiel-Serien wie “Gabriel Burns”, “Point Whitmark”, “Darkside Park” und “Porterville”. Seine Recherchen treiben ihn in die geschlossene Forensische Psychiatrie, auf hohe Fabrikschornsteine oder in Verbrennungsanlagen für amputierte Gliedmaßen. Weber liebt seinen Beruf. Das Interview führte Ivar Leon Menger mit Raimon Weber im November 2012.

 

Raimon, welchen Beruf wolltest du ausüben, als du zehn Jahre alt warst?

In dem Alter änderten sich meine Jobvorstellungen ungefähr jeden Tag. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass auf jeden Fall Privatdetektiv, Geheimagent und Astronom dabei waren. Und Gebrauchtwagenhändler. Ich spielte leidenschaftlich gern mit Modellautos. Die Autos stellte ich in langen Reihen auf und versah sie mit gekritzelten Preisschildchen und der Zusage: Bei Barzahlung eine Tankfüllung gratis!

Mit wie vielen Jahren hast du angefangen, Geschichten zu schreiben?

Da muss ich ungefähr dreizehn gewesen sein. Es ging um wilde Abenteuer im All oder wahlweise den Untergang der Menschheit. Meinen ersten Roman, der ungefähr sechs Schulhefte füllte, nannte ich „Krieg der Welten“. Fragen des Urheberrechts waren wohl noch nicht so relevant für mich wie heute.

Gab es einen Schlüsselmoment für dich?

Es gab sogar zwei! Als ich zum ersten Mal als ungefähr Elfjähriger mit meinem neuen Leihausweis in unserer Stadtbibliothek stand. So viele Bücher auf vier Etagen! Vielen Dank für diese großartige Einrichtung. Mit den klassischen Kinder- und Jugendbüchern konnte ich nicht so viel anfangen. Ein paar Jahre zuvor bekam ich einen „altersgemäßen“ Roman geschenkt, in dem ein paar Kinder und ein Hund einem Bonbondieb auf der Spur waren. Das war damals schon zu öde für mich und prägte langfristig meine Einstellung zu dem Genre. Ich verschlang lieber Sachbücher über Mittelalter und Pestilenz, das Sonnensystem und Schiffskatastrophen.

Dann stieß ich auf die Literaturgattung Science-Fiction. Das war wenig später im Italienurlaub mit meinen Eltern. Da ich bei starker Sonneneinstrahlung flugs verkohle, verbrachte ich die meiste Zeit mit Lesen unter einem Sonnenschirm. Als mir die Lektüre ausging, kaufte ich am Kiosk meinen ersten SF-Roman. Ich weiß noch, dass es dort bei kleinen Wechselgeldbeträgen Drops oder Heftpflaster anstelle von Münzen gab. Der Roman hieß „New York 1999“ und war von Harry Harrison. Ein dystopisches Werk vom Feinsten. Auch wenn mir damals die Begriffe Dystopie oder Anti-Utopie überhaupt nicht geläufig waren.

Auf jeden Fall verlangte ich umgehend Nachschub. Harry Harrison brachte mich zur Belletristik, aber ein anderer Autor veranlasste mich dazu, selbst schreiben zu wollen. John Christopher! Da haben wir das zweite Schlüsselerlebnis. Wieder in meiner geliebten Stadtbibliothek. Ich suchte die Regale nach Lesestoff ab und entdeckte folgenden Titel auf einem Buchrücken: „Dreibeinige Monster auf Erdkurs“. Nun kann man den Übersetzern vorwerfen, ziemlich reißerisch vorgegangen zu sein. Der englische Originaltitel lautet „The white mountains“.

Aber welcher Zwölfjährige hätte nach den weißen Bergen gegriffen? Ich nicht! Aus Unkenntnis und schlechten Erfahrungen heraus, hätte ich auf Alpenidyll oder den Wilden Westen getippt. Beides war nicht mein Ding. Deshalb muss ich mich für den „monstermäßigen“ Titel bedanken, denn ohne ihn wäre mir dieser grandiose John Christopher verborgen geblieben. Ich verschlang all seine Bücher. Die für Jugendliche und Erwachsene.

Er schreibt nicht nur absolut fesselnd, sondern ist auch gleichzeitig ein Humanist. Freiheit, Freundschaft und Widerstand gegen Unterdrückung sind die Themen seiner Werke. Sie stehen alle in einem gesonderten Regal in meinen Arbeitsräumen. Ohne John Christopher hätte mich vielleicht nie die Leidenschaft gepackt, eigene Bücher zu verfassen. In unsere Stadtbibliothek gehe ich heute noch regelmäßig. Geändert hat sich lediglich, dass ich dort bisweilen nun aus meinen eigenen Büchern vorlese.

Was war die erste Geschichte, die von dir veröffentlicht wurde?

Au weia! Ein finsteres Kapitel und meine erste Erfahrung mit ZENSUR! Ich war maximal vierzehn Jahre alt und schrieb für die Schülerzeitung eine Geschichte, die natürlich in der Zukunft spielte. Wenn auch nur ein paar Jahre. Aus einem Grund, der mir entfallen ist, streitet ein Ehepaar heftig miteinander. Auf dem Höhepunkt des Konflikts erschlägt die Frau ihren Gatten mit einem Aschenbecher aus Marmor. Ich war am Tag der Veröffentlichung völlig aus dem Häuschen.

Doch als ich die Zeitung aufschlug, musste ich schockiert feststellen, dass der Schluss geändert worden war. Kein Schädel wurde eingeschlagen, stattdessen Versöhnung nach kurzer Debatte. Als ich meinen Deutschlehrer, der die Redaktionsaufsicht führte, darauf ansprach, meinte er nur: „Raimon, das ist besser so.“ Aufsehen erregte meine Erstveröffentlichung so jedenfalls nicht. Aus Rache habe ich den Deutschlehrer in einem meiner späteren Romane ziemlich alt aussehen lassen.

Wie kommst du auf so unheimliche und spannende Ideen?

Ich war schon immer ganz gut darin, mich selbst zu beschäftigen. Dazu brauche ich keine Hilfsmittel, nur meine Fantasie. Wenn ich als Kind mit meinen Eltern die obligatorischen Waldspaziergänge machen musste, stellte ich mir dabei vor, auf einem Dschungel-Planeten mit bitterböser Flora und Fauna abgestürzt zu sein. Meine Strahlenkanone hatte nur noch für drei Schüsse Energie und der Stützpunkt der Galaktischen Allianz war noch zehn Tagesmärsche entfernt. Es würde also ein Marsch durch die Hölle werden.

Ich konnte übrigens schon früh die für meine spätere Arbeit anregenden Filme sehen. Da meine Familie regelmäßig am Abend vor dem Fernseher einschlief, musste ich mich nur still verhalten, bis irgendwann Weltraummonster, Bela Lugosi oder Vincent Price auf dem Bildschirm auftauchten. Alfred Hitchcocks Werke gehörten auch schnell zu meinen Favoriten. Alle betrachtet aus dem Schutz einer Wolldecke, die ich mir bis über die Nase zog.

Heute finde ich meine Anregungen manchmal immer noch bei einem Spaziergang. Ich weiß noch, wie ich vor einem sehr großen, sehr düsteren und sehr tiefen Teich stand. Augenblicklich entstand in meiner Fantasie folgendes Bild: Winter, der Teich ist zugefroren, Schneeverwehungen zeichnen ein bizarres Muster auf der Eisfläche. In der Mitte, weit weg vom Ufer, steht ein Kind. Und dann beginnt dieses Kind damit, auf der Stelle zu hüpfen. Aus der Vogelperspektive sehen wir, dass sie bereits von feinen Rissen im Eis umgeben ist. Wie ein Adergeflecht, das sich immer weiter ausbreitet. Erst war dieses Bild in mir, dann entstand daraus die Story zum Roman „Eis bricht“.

Wann weißt du, dass deine Geschichte funktioniert, dass sie deine Leser fesseln wird?

Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, wie man fesselt, wie man Angst macht. Aber das ist nur ein Gefühl, keine Garantie. Selbstzweifel bleiben immer. Und das ist gut so. Wichtig ist es, glaubwürdige Figuren zu erschaffen, für die der Leser Gefühle entwickeln kann. Und am Ende des Tunnels muss es immer ein Licht geben. Na ja, meistens.

Hast du auch Testleser, die deine Manuskripte vor der Abgabe beim Verlag lesen?

Nur meine Frau. Die ist unbestechlich und ehrlich. Mehr als einmal hat sie mich davor bewahrt, über das Ziel hinauszuschießen. Vor meiner ersten Romanveröffentlichung las sie das Manuskript und stellte fest: „Da leidet man mit deinen Figuren, beginnt sie zu mögen und zu verstehen, hofft auf ein gutes Ende … und dann bringst du alle um!“ Tja, da ist es mit mir durchgegangen. Geht gar nicht. Ohne meine Frau wäre der Roman garantiert ein Fiasko geworden.

Wie bist du Autor für die Psychothriller GmbH geworden?

Das Telefon klingelte, während ich im Garten grübelte und dabei die Katze beobachtete. Der Anrufer war Ivar Leon Menger. Er war doch tatsächlich der Meinung, ich könne für den „Darkside Park“ schreiben. Ich hörte mir das Konzept an und war sehr schnell begeistert. Schön düster und mysteriös. Genau mein Ding! Aber geschrieben von einem Autoren-Team? Wo Autoren doch zumeist Eigenbrötler sind. Zumindest was ihre Arbeit angeht. Obwohl ich schon murre, wenn mir jemand beim Schreiben nur kurz über die Schulter blickt, wollte ich es versuchen. Bei dem Thema!

Bei der Thrillerserie „Darkside Park“ hast du drei Geschichten geschrieben. Welche davon ist deine Lieblingsfolge und um was geht es dabei?

Das waren „Porterville Steaks“, „Die geheimen Kinder“ und „Frischling, Frischling“. Die Entscheidung fällt schwer. Wenn überhaupt würde ich „Frischling, Frischling“ favorisieren. Es ist die letzte Folge vor dem großen Finale. Hauptperson ist ein alternder Fahrstuhlführer namens Daniel Chester Kipling im Hudson-Tower. Dem wohl wichtigsten Gebäude in Porterville.

Kipling gehört zu den Eingeweihten, unterscheidet sich aber von den meisten dadurch, dass er sich noch Mitgefühl und Skrupel bewahrt hat. Was ihm dann auch zum Verhängnis wird. Er ist also eine recht zwiespältige Person, die zwar als klassischer Befehlsempfänger, mit allen damit verbundenen Konsequenzen funktioniert, gleichzeitig aber mit dem System nicht einverstanden ist.

Ein Großteil der Geschichte spielt in seinem luxuriösen Fahrstuhl, in dem übrigens ein Original-Gemälde von Monet hängt. Kipling erlebt brachiale Gewalt in seinem Berufsalltag. Als er schließlich versucht Einhalt zu gebieten, ist sein Schicksal besiegelt. Ich glaube, dass dieser winzige Bereich – Kipling und sein Fahrstuhl – beispielhaft für das menschenverachtende System Porterville steht.

Darkside Park wurde von sechs verschiedenen Autoren geschrieben. Wie hat das funktioniert?

Wie gesagt, hatte ich da anfangs ein paar Bedenken. Aber dann traf sich das Autoren-Team zum Gedankenaustausch und wir alle stellten fest, dass wir doch ziemlich gleich ticken und uns gegenseitig inspirieren können. Die Story wurde gemeinsam entwickelt und jeder entschied sich für seine Folgen. Natürlich waren wir während des Schreibens in ständigem Kontakt. Dinge, Ereignisse und Personen müssen abgeglichen werden.

Manchmal sind es Details, die für den weiteren Verlauf wichtig sind. Eine Person, die in „Frischling, Frischling“ auftaucht, musste sich zum Beispiel in der vorherigen Folge unbedingt einer Kappe bemächtigen. Dennoch hatte jeder in seinen Folgen in gehöriges Maß an Freiheit. Durch die Zusammenarbeit und diverse Treffen wurden wir zu Freunden. Wir stehen auch heute noch in ständigem Kontakt. Da geht zukünftig noch einiges.

Du hast außerdem aktuell drei Folgen für die Thrillerserie „Terminal 3“ geschrieben. Um was geht es in dieser Serie?

Im Mittelpunkt der Serie steht das Team der zivilen Flugsicherheit in einem Terminal eines fiktiven Flughafens in San Francisco. Dieser Flughafen ist natürlich Dreh- und Angelpunkt für Kriminelle, Psychopathen und Finstermänner jeglicher Couleur. Klar, dass es bei uns nicht um Handtaschendiebstahl geht. „Terminal 3“ schildert die Handlung immer aus drei Perspektiven. Aus der des Sicherheitschefs Lennard Fanlay und zwei weiteren. Hier kann ein Opfer, ein Täter, vielleicht aber auch ganz jemand anderes seine individuelle Sicht der Handlung wiedergeben.

Dadurch entsteht für den Leser die Situation, dass er den drei Protagonisten im Informationsstand häufig voraus ist, da er über das Wissen aller drei verfügt. „Terminal 3“ mit seinen immer wiederkehrenden und neu hinzukommenden Charakteren zu schreiben, ist wie das Erschaffen einer eigenen Welt, die von Folge zu Folge immer dichter und authentischer wird. Hier treffen kriminelle Energie, das personifizierte Böse auf ganz normale Menschen, die versuchen den ganzen Laden zusammenzuhalten und ihr Leben riskieren, um andere zu retten.

Was ist deine Lieblingsfigur bei „Terminal 3“?

Ohne Zögern: Sicherheitschef Lennard Fanlay. Absolut ehrenhaft und zuverlässig. Täglich kämpft er gegen Personalmangel, technische Unzulänglichkeiten und uniformierte Kollegen, die sich für etwas Besseres halten. Aber dicht gefolgt wird er von seiner Mitarbeiterin Rachel. Die hockt zumeist im Überwachungsraum vor ihren Monitoren, raucht Kette und ist die gute Seele der Truppe. Trotz eines bisweilen burschikosen Auftretens. Der Frau macht keiner was vor.

Würdest du gerne mal den Cocktail „Bookbinder“ probieren?

Einmal schon, aber ich kann mich doch eher für ein frisch gezapftes Bier begeistern. Ich bin Westfale.

Hast du ein wiederkehrendes Motiv, das sich durch all deine Geschichten zieht?

Ein Journalist formulierte es mal so: „Webers besonderes Talent besteht darin, den Leser in die Ängste, die Panik seiner Personen eintauchen zu lassen. Man spürt die Glaubwürdigkeit der Akteure und leidet mit ihnen, wenn ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird.“ Vielen Dank dafür! Wenn mir das gelingt, bin ich darüber sehr froh.

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Angst. Eine Angst, der wir selbst auf gar keinen Fall ausgesetzt werden wollen. Ich bevorzuge das Klaustrophobische. Die Gefahr, den Horror auf begrenztem Raum. Sei es der Keller, der Fahrstuhl, die Metro-Bahn oder das eingeschneite Hotel in den Bergen. Nein, es gibt kein Entkommen und Hilfe ist auch nicht unterwegs. Ach ja! Ich bringe als eine Art Duftnote die Zahlen meines Geburtsdatums in vielen Geschichten unter.

Wie recherchierst du deine Geschichten? Vor Ort oder über das Internet?

Sehr gern vor Ort. Ich nehme dafür auch ein paar Stunden Fahrt in Kauf. Für den Roman „Eis bricht“ begab ich mich ins sächsische Döbeln, da ein Teil der Handlung dort spielt. In der Stadt entdeckte ich dann zufällig ein dermaßen beeindruckendes und gleichzeitig überaus unheimliches Gebäude, sodass bei der Besichtung des Gemäuers gleich der Plot für einen weiteren Roman entstand.

Ansonsten ist das Internet sehr hilfreich. Manchmal tauchen Probleme auf, die man vorher gar nicht berücksichtigt hat. Beim Roman „Zwienacht“ gibt es Startprobleme bei einem alten Fiat Panda. Schuld ist ein defekter Anlasser, der repariert werden muss. Ohne Internet hätte ich zumindest telefonieren müssen oder einen Panda gesucht, um in den Motor zu kriechen. Allerdings ist das Recherchieren bei Fachleuten oft unerlässlich.

Als Autor gelange ich bisweilen an Orte, die manche nie kennen lernen werden oder möchten. Ich sprach mit inhaftierten Serientätern, besuchte eine Verbrennungsanlage für amputierte Gliedmaßen und lernte dank der Hilfe der Kieler Universität eine Menge über Phobien. Als Chrometophobie bezeichnet man übrigens die chronische Angst vor Geld. Wer an Barophobie leidet, fürchtet sich vor der Schwerkraft. Beide Phobien dürften äußerst lästig im Alltag sein.

Wenn deine Geschichten als Hörbuch erscheinen – wer ist deine absolute Lieblingssprecherin und wer dein Lieblingssprecher?

Drei Namen fallen mir sofort ein: Joachim Kerzel, Gordon Piedesack, Gisela Fritsch. Wenn ich jetzt auch nur kurz nachdenke, kommen noch zwei Dutzend hinzu.

Wie sieht eigentlich dein Alltag als Autor aus?

Aufstehen gegen sieben Uhr morgens. Täglich. Dann der Griff zur Tageszeitung, die nicht selten eine Inspiration enthält. Erste Tasse Kaffee und Frühstücksvorbereitung für die Familie. (Ja, ich bin ein überzeugter Familienmensch) Eine Stunde später begebe ich mich in mein Refugium. Zwei Räume ganz für mich, in denen ich von allem umgeben bin, was mir lieb und wichtig ist. Klar, dass hier eine ganz eigene Ordnung herrscht, die nur ich – allerdings auch nicht immer – durchblicke.

Mails und Tagesplan checken und schreiben. Langeweile ist für mich ein absolutes Fremdwort. Arbeit gibt es für mich im Überfluss. Und das Beste, mein Job als Autor macht mir auch noch so viel Spaß, dass ich mich als rundherum glücklich bezeichnen kann. Geschätzte 75% meiner Arbeit kann ich von zu Hause aus erledigen. Die restlichen 25% sind Recherche, Veranstaltungen und Seminare. Als Medientrainer gebe ich Seminare, die natürlich auch meinen Beruf betreffen. Wie „Konzeption eines Hörspiels“, „Ethik in den Medien“ oder ich leite Schreibwerkstätten. Dabei darf die Familie aber nicht zu kurz kommen. Höchste Priorität!

Wer sind deine Vorbilder?

Immer noch John Christopher. Auch wenn ich mich thematisch von ihm entfernt habe. Stephen King für seine Kunst, beispielsweise die Einrichtung einer Küche auf drei Seiten zu beschreiben und ich gierig nach mehr Details verlange. Charles Bukowski für seine unübertroffen lakonische Art. Seinen Witz, seine unterschätzte Menschenliebe. Niccolò Ammaniti. Sein Roman „Die Herren des Hügels“ ist eine Offenbarung. Wem kalt ist, der sollte diese Beschreibung eines tragischen und heißen Sommers in den Kornfeldern Italiens unbedingt lesen.

Welche Musik hörst du am liebsten?

Musik ist für mich Bestandteil meines Lebens. Ich mag Steve Winwood, Yello, Toni Childs, James Brown, die Rolling Stones … unmöglich, sie alle aufzuzählen. Ich liebe die 1989 erschienene CD „Big harvest“ von Indio. Kennt die jemand? Und seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich ein Fan von Alice Cooper. Da stehe ich zu. Netter Kerl mit Humor. Früher hatte ich sogar seinen Bravo-Starschnitt an der Zimmertür. Ist aber schon Jahrzehnte her.

Hörst du auch Musik während des Schreibprozesses?

Fast immer. Das können eher düstere Soundtracks von Komponisten wie James Newton Howard oder Jerry Goldsmith sein, aber auch David Bowie und die Talking Heads. Mit manchen meiner Romane verbinde ich auf ewig eine bestimmte Musik. Beim Schreiben von „Eis bricht“ begleitete mich das wunderschöne Werk „Aerial“ von Kate Bush.

Was ist dein Lieblingsbuch?

“War Day” von Whitley Strieber & James Kunetka.

Und was ist dein Lieblingshörspiel oder Hörbuch?

Unvergessen ist mir da eine Hörspielversion von „Rotkäppchen“ aus frühester Kindheit geblieben. Auf einer Vinyl-Single. Schlimme Geschichte! Oma und Enkelin den Verdauungssäften des Wolfs ausgesetzt! Dann schneidet der Jäger dem Tier den Bauch auf, packt Steine rein, näht ihn zu und wirft den Wolf ins Wasser. So war es doch, oder? Das kam mir schon als Erstklässler ein wenig unglaubwürdig vor …

Wenn du nicht Autor geworden wärst, welchen Beruf würdest du jetzt am liebsten ausüben?

Musiker. Mit vierzehn Jahren habe ich angefangen, Schlagzeug zu spielen. Leider verkaufte ich irgendwann mein tolles Drum-Set von Pearl. Es hatte rote Becken!!!

Und nun die letzte Frage: Googlest du dich eigentlich selbst?

Hin und wieder. Man möchte ja wissen, was die Leute so über einen erzählen. :-)

Vielen Dank für das Interview!

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