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Das böse Wort

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"Buchtipp der Woche" - Siegerländer Wochen-Anzeiger

Das böse Wort
Andreas Krusch
EUR 4,99 (330 Seiten)

Sue hat Krebs. Nur eine Kirsche unter der Haut, redet sie sich ein, sträubt sich gegen die Wahrheit. Dann nimmt sie den Kampf auf. Ihre Zuversicht wächst. Eigenartig ist bloß dieser Mann, dem sie in der Klinik immer wieder begegnet. Er scheint im Dunkeln lesen zu können, und außer ihr gibt es offenbar niemand, der ihn kennt. Bis auf die kleine Jennie. Auch sie hat einen unsichtbaren Begleiter …

“Im Debütroman von Andreas Krusch wirbt der Tod höchstpersönlich um die Hauptfigur …” – Der Spiegel

“Der Krebstod seiner Mutter war der Auslöser, ein spannendes, modernes Märchen um Leben und Tod zu schreiben …” – Kölner Express

“Dies sehr feinfühlig herausgearbeitet zu haben, ist die Leistung dieses Buches …” – Neues Deutschland

“Buchtipp der Woche …” – Siegerländer Wochen-Anzeiger

Das böse Wort
Andreas Krusch
EUR 4,99 (330 Seiten)

Das böse Wort

Sue hat Krebs. Nur eine Kirsche unter der Haut, redet sie sich ein, sträubt sich gegen die Wahrheit. Dann nimmt sie den Kampf auf. Ihre Zuversicht wächst. Eigenartig ist bloß dieser Mann, dem sie in der Klinik immer wieder begegnet. Er scheint im Dunkeln lesen zu können, und außer ihr gibt es offenbar niemand, der ihn kennt. Bis auf die kleine Jennie. Auch sie hat einen unsichtbaren Begleiter …

“Im Debütroman von Andreas Krusch wirbt der Tod höchstpersönlich um die Hauptfigur …” – Der Spiegel

“Der Krebstod seiner Mutter war der Auslöser, ein spannendes, modernes Märchen um Leben und Tod zu schreiben …” – Kölner Express

“Dies sehr feinfühlig herausgearbeitet zu haben, ist die Leistung dieses Buches …” – Neues Deutschland

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Das böse WortDas Joshua Gen

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Für Anne,
die gegen diesen Scheißkrebs ankämpfte und verlor  

Er kam den verschneiten Weg hinauf. Die Dämmerung schickte ihr zartes Rosarot. Es würde ein schöner Tag, dachte er. Ein wichtiger. Er würde einen alten Freund besuchen. Sie hatten sich aus den Augen verloren. Das war nicht gut. Es störte das Gleichgewicht.
Er trat aus dem Park der Klinik. Die Vögel folgten ihm nicht weiter. Schwarz färbten sie die kahlen Äste über dem weißen Schnee und sahen zu den Fenstern. Er sah sie auch, so viele Fenster, so viele Patienten in den Zimmern dahinter. So viel Material für seinen Plan.
Der Tod lächelte und öffnete die Tür zum Treppenhaus der Klinik. Ja, es würde ein schöner Tag. 

1

Sie lag auf dem Rücken, ihre Augen spiegelten das verwaschene Hellblau. Keine Wolken da oben, nicht eine. Doch das war es nicht, nein … Vögel! schoss es durch ihre Stirn. Ja, das war es! Ein Himmel ohne Wolken kam vor, aber ein Himmel ohne Vögel? Angestrengt suchte sie die blaue Weite ab. Ein Himmel ohne Vögel, ein Himmel ohne –
»Er hat einen schönen Namen.«
Was? Wer hat einen schönen Namen? Und wer hat da gesprochen?!
Das Drehen des Kopfes verursachte ihr Schwindel. Das Aufstützen ging mühselig. Sie blinzelte gegen die Sonne. Auf dem anderen kleinen Hügel sah sie eine junge Frau. Blass war sie, mager. Und es war gar kein Hügel, auf dem sie saß.
»Er hat einen schönen Namen – dein Krebs.« Die junge Frau rutschte von ihrem Bett am hellen Fenster.
Sie beugte sich über das zweite Bett. »Drei Beruhigungspillen sind zuviel. Hab ich dir doch gesagt. Die Visite hast du jedenfalls verschlafen.«
Krebs? Visite? Sie verstand nicht, wovon diese dünne Person mit den kurzen Haaren sprach. Sie wollte sich wieder dem Himmel widmen, aber die hellblaue Zimmerdecke ließ ihren Blick nicht weit kommen.
»Wo bin ich?«
Und wer? kicherte jemand in ihrem Kopf. Es fiel ihr ein. »Ich bin Sue. Ich bin Sue!« Die Stimme aus ihrem rauen Hals klang wie totes, brechendes Holz. Die junge Frau in dem rosa Pyjama füllte das Wasserglas auf dem Nachttisch und hielt es ihr hin.
»Ja, du bist Sue. Und der Rest fällt dir auch gleich ein.«
Der Rest.
Sie versank darin. Der Wandspiegel im Bad, das große Handtuch davor. Du steigst aus der warmen Wanne und stellst dich darauf. Der Spiegel beschlägt, du schaust kaum noch hinein. Mit Vierundvierzig braucht man sich nichts mehr vorzumachen. Routiniert verteilen deine Hände die Creme. Lavendelduft. Du stutzt. Dein Zeigefinger spielt mit einem Knoten. Er sitzt direkt unter der Haut, erbsengroß. Was ist das? Du drückst die Erbse tiefer in das weiche Fleisch deines Oberarmes. Damit sie verschwindet. Zwei Wochen später hat sich die Erbse in eine Kirsche verwandelt. Und du gehst zum Arzt. 

2

Kein besonders großes Zimmer. Ein Krankenzimmer. Der Blick ihrer kastanienbraunen Augen wanderte von den billigen Kunstdrucken zur Sitzecke. Die Morgensonne erhellte dort einen kleinen Tisch. Seine leere Platte glänzte steril. Seine beiden Stühle hatten grüne Stoffpolster. Das Holz ihrer Beine passte zu der Stange, die wie ein Geländer an die Längswand des Zimmers geschraubt war. Unter der Decke am Fenster hing ein Fernseher. Sein stummes Bild flackerte auf dem Chrom ihrer Betten.
»Was machen wir hier?«
»Hoffen und warten. Was sonst?«, antwortete die junge Frau im Pyjama. Sie stand noch immer vor Sues Bett.
»Warten aufs Frühstück und hoffen, dass es gut ist?« Sue trank das Glas Wasser leer und gab es ihr zurück.
Die junge Frau lachte. »Da kannst du lange hoffen.«
Mit einem Schnaufen öffnete sich die Zimmertür. Sue sah, wie breit sie bemessen war. Ihr Bett würde locker hindurch passen. Aber wozu? Sie konnte doch laufen.
Der Mann in der Tür blickte streng. »Was gibt’s hier zu lachen, Fiona?!«, begann er laut, und grinste dann: »… an diesem heiligen Ort.«
Sue blickte verunsichert zu der jungen Frau.
Die schüttelte nur den Kopf. »So ist er, unser Pfleger Steve. Spinnt immer ein bisschen.«
»Man muss sich doch auf seine Patienten einstellen.« Sein schelmisches Grinsen wurde noch breiter.
»Ach, verschwinde!« Die junge Frau griff nach dem Kissen auf ihrem Bett.
»Und die neuen, versauten Patientenwitze wollt ihr gar nicht hören?«
Fiona holte Schwung. »Versuch es Ostern noch mal!«
Steve entschloss sich zum Rückzug. »Bis dahin seid ihr doch längst zu Hause«, rief er noch vom Gang.
»Oder tot«, ergänzte Fiona und warf das Kissen.
Sue starrte sie an.
Tot? Ihr Hausarzt hatte doch gesagt …
»… eine gutartige Geschwulst, ein Lipom!« Dr. Reynold sah sie warmherzig an. »Kommt oft vor in deinem Alter. Ein paar vergrößerte Fettgewebszellen unter der Haut. Harmlos wie eine Kirsche! Ja, nur eine Kirsche.« Er lächelte, wie er immer gelächelt hatte: beruhigend. Er war der Arzt, der sie auf die Welt gebracht hatte, er hatte ihre Kinderkrankheiten kuriert und mit der Zwölfjährigen über ihre Periode gesprochen. Und an Großvaters Sterbebett hatte er sie getröstet.
Sue vertraute diesem Arzt. Er hatte sie durch die Täler des Lebens begleitet, so wie ein richtiger Vater.
»Also mach dir keine Sorgen. Schau mal wieder rein – und wenn es dich stört, machen wir es weg.«
Sie schüttelte ihm die Hand. Sie machte sich keine Sorgen. Doch nicht wegen einer Kirsche.

Das böse Wort
Andreas Krusch

 

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