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Seelenflut (Ondragon 4)

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Es sollte ihr Traumurlaub in Thailand werden. Doch dann öffnete sich das Tor zum Jenseits ...

Seelenflut (Ondragon 4)
Anette Strohmeyer
EUR 8,99 (518 Seiten)

Etwas stimmt nicht im „The Seaton“, einem Luxushotel in Thailand. Zuerst sind es nur kleinere Unfälle, doch dann ertrinken kurz nacheinander drei Gäste auf rätselhafte Weise. Für Paul Ondragon ist der Fall zunächst klar: Sabotage. Ein Konkurrent will das Hotel in Verruf bringen. Doch als Ondragon seine Ermittlungen in Khao Lak aufnimmt, dem Ort, der 2004 vom Tsunami verwüstet wurde, muss er feststellen, dass hinter der palmengesäumten Kulisse des Urlaubsparadieses noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Eine unheilvolle Mixtur aus den bösen Erinnerungen an die Tsunami-Katastrophe und dem tief verwurzelten Aberglauben der einheimischen Bevölkerung …

Der vierte Band des ungewöhnlichen Ermittlers Paul Eckbert Ondragon.

Seelenflut (Ondragon 4)
Anette Strohmeyer
EUR 8,99 (518 Seiten)

Seelenflut (Ondragon 4)

Etwas stimmt nicht im „The Seaton“, einem Luxushotel in Thailand. Zuerst sind es nur kleinere Unfälle, doch dann ertrinken kurz nacheinander drei Gäste auf rätselhafte Weise. Für Paul Ondragon ist der Fall zunächst klar: Sabotage. Ein Konkurrent will das Hotel in Verruf bringen. Doch als Ondragon seine Ermittlungen in Khao Lak aufnimmt, dem Ort, der 2004 vom Tsunami verwüstet wurde, muss er feststellen, dass hinter der palmengesäumten Kulisse des Urlaubsparadieses noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Eine unheilvolle Mixtur aus den bösen Erinnerungen an die Tsunami-Katastrophe und dem tief verwurzelten Aberglauben der einheimischen Bevölkerung …

Der vierte Band des ungewöhnlichen Ermittlers Paul Eckbert Ondragon.

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 8. Juli 2012

Khao Lak, Thailand – weit nach Mitternacht

 „Mann, was für ein geiler Abend!“ Jerry Price streckte sich auf der Liege am nächtlichen Pool aus. Die Beleuchtung des großen Schwimmbeckens tauchte die Palmen ringsum in bläuliches Licht und ließ die Gesichter seiner Freunde aussehen wie die von Wasserleichen. 

Jerry kicherte. Er nahm einen weiteren Schluck aus der Dose, Jim Beam mit Cola. Die Hotelbar hatte leider schon geschlossen. Mieser Service für einen Fünf-Sterne-Luxusbunker. Hier wurde mehr auf gepflegte Nachtruhe und Schönheitsschlaf Wert gelegt. Die Party-Hotels waren woanders. Das hatten sie ihnen an der Rezeption mit herablassender Miene mitgeteilt. Aber was sollte man machen? Wer den ganzen Tag faul am Strand herumdöste, war nachts einfach gut drauf!

„Geile Nacht! Das kannst du laut sagen, Jerry.“ Alan seufzte wohlig. „Und dieser Sternenhimmel. Einfach nur geil!“

„Sternenhimmel? Was bist du denn für ‘ne Tunte?“ Jerry lachte etwas zu laut. Er hatte in verschiedenen Bars ordentlich was weggekippt. Wie seine beiden Kumpels.

„Ja, aber …“

„Wir sind doch nicht hier in Thailand, um den Sternenhimmel anzuglotzen, Al! Den haben wir in Sydney schließlich auch. Die Augen deiner neuen Thaifreundin sind doch viel hübschere Sternchen, oder etwa nicht?“

„Ja, schon …“

„Und erst ihre Titten …“

„Ich glaube, wir gehen jetzt lieber zum Bungalow, Jerry“, sagte Greg. „Wir haben ganz schön einen getankt.“

„Was denn? Ihr wollt schon gehen? Ich dachte, wir machen noch ‘n flotten Dreier mit ein paar Mädels hier aus dem Ort.“

„Lass gut sein, Jerry. Morgen ist auch noch ein Tag. Al und ich wollen ins Bett.“

„Ins Bett? Ihr Pussies! Pah, dann geht doch, ich bleibe hier.“

„Okay, wir sehen uns dann morgen beim Frühstück.“

„Ja, ja, haut schon ab, das Sandmännchen ruft nach euch!“ Jerry machte eine ruckartige Bewegung mit dem Arm, und aus seiner Dose schwappte Jim Beam mit Cola auf die Gehwegplatten. Er sah, wie Alan und Greg den beleuchteten Weg zu ihrem Bungalow einschlugen, der sich am anderen Ende der luxuriös gestalteten Hotelanlage befand.

„Verdammte Weicheier!“ Beleidigt ließ sich Jerry zurück auf die Liege fallen. Das Rauschen der Brandung, die nicht weit entfernt vom Hotel an den Strand rollte, drang an sein Ohr, über ihm ging ein Windstoß durch die Palmenwipfel. Träge schloss Jerry die Augen, lauschte den Geräuschen und nickte ein.

Als er aufwachte, war es noch immer dunkel, und der Wind hatte aufgefrischt. Jerry fröstelte. Als er aufstand, überkam ihn ein jäher Schwindel, und er hielt sich an einem zusammengeklappten Sonnenschirm fest. Ihm war hundeelend. Alles drehte sich vor seinen Augen, und er musste sauer aufstoßen. Der Geschmack von Piña Colada gepaart mit fettiger Frühlingsrolle kam hoch.

„Scheißsüßes Zeug! Ich weiß schon, warum ich lieber Bier trinke“, murmelte Jerry vor sich hin und taumelte mit unsicheren Schritten in Richtung der Bungalows. Nach ein paar Metern fiel ihm ein, dass er seine Baseballkappe vergessen hatte. Er ging zurück und klaubte die Mütze mit einem Ächzen von der Liege. Dabei blieb sein Blick an einem weißen Kleid hängen, das auf dem Boden lag. War das eben schon da gewesen? 

Jerry hob es auf und betrachtete es. Es war so ein luftiges Baumwollteil. Er roch daran. Ein leichter Parfumduft hing im Stoff und noch etwas anderes. Etwas Muffiges, Schlammiges. Mit einem Stirnrunzeln ließ er das Kleidungstück auf die Liege fallen. Wahrscheinlich hatte es eine dieser Upperclass-Tussis am Pool vergessen. Na ja, morgen würde die Besitzerin es schon finden. 

Jerry wandte sich ab. Da begann das Licht im Pool zu flackern. An und aus, an und aus, wie in einer Geisterbahn. Und plötzlich erlosch es ganz. Undurchdringliche Dunkelheit umfing ihn. Jerry fluchte leise. Warum musste das Hotelpersonal ausgerechnet jetzt die Lampen ausschalten? Er streckte einen Arm aus, um sich den Weg zu ertasten, da ging das Licht wieder an. Geblendet vom türkisfarbenen Schein des Pools hob Jerry eine Hand vor die Augen. Sein kleiner Zeh stieß schmerzhaft gegen einen Tisch.

„Au! So eine Scheiße! Mann, was soll denn das mit dem Licht?“ Er blickte über den Pool zur Bar. Aber dort war niemand. Er war vollkommen allein. Wieder flackerte das Licht, ging aus und wieder an.

War das ein Wackelkontakt, oder erlaubte sich da jemand einen Spaß mit ihm?

„Greg? Alan? Seid ihr das?“

Niemand antwortete. Wahrscheinlich hockten die beiden Spinner irgendwo dort drüben hinter der Bar und lachten sich einen. Na, die konnten was erleben! 

Jerry steuerte wankend um den Pool herum auf die Bar zu, musste jedoch mehrmals anhalten und abwarten, bis die Welt wieder etwas weniger um ihn kreiste. Vielleicht hätte er doch nicht so viel saufen sollen. Außerdem verursachte das stroboskopartige Flackern der Poollichter ein Übelkeit erregendes Flimmern vor seinen Augen … und in seinem Hirn.

Das reichte! Jetzt übertrieben die Jungs es aber! 

Jerry sah auf und versuchte, durch den ständigen Wechsel von hell zu dunkel etwas zu erkennen. Stand da nicht jemand hinter dem Tresen? Er schirmte die Augen ab. Ja, da war ein Schatten. Aber war das einer seiner Freunde? Jerry ging weiter, machte deutlich weniger Schlangenlinien als zuvor, wie er fand, und musste sich auch nicht mehr überall abstützen. Langsam näherte er sich der Bar, doch kurz bevor er sie erreichte, erlosch das Flackern mit einem summenden Geräusch, und Jerry stolperte blindlings durch die Finsternis. Sein Fuß stieß erneut gegen einen Gegenstand, einen dieser hässlichen Steinelefanten, die den Pool als Dekoration säumten. Laut fluchend verlor er das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in das dunkle Schwimmbecken. Das kalte Wasser legte sich wie eine zweite Haut um seinen Körper und drang sprudelnd in seine Nase ein. Jerry ruderte mit den Armen und kam prustend wieder an die Oberfläche. 

„Verfickt noch mal! Diese verdammten Scheiß-Elefanten!“ Er schwamm zum Rand und wollte danach greifen, da streifte etwas seinen Fuß. Er fuhr herum. Doch hinter ihm war nichts. Kein Mensch, kein Schwimmtier, das von Kindern vergessen worden war, nur Dunkelheit. 

„Alan? Greg? Seid ihr das? Wenn ja, dann helft mir aus dem Pool! Hört ihr mich?“ 

Noch immer Stille – bis auf ein leises Plätschern, als rühre jemand mit der Hand im Wasser herum. Jerry blickte in die Richtung. Doch niemand war zu sehen. 

Mann, verursachte Alkohol jetzt auch schon Verfolgungswahn? Normalerweise bekam man den doch nur vom Kiffen. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte das Betelnusspäckchen nicht gegessen, das ihm der alte Mann mit der hässlichen Hose heute am Strand verkauft hatte. Verdammte Drogen!

Jerry spürte, dass seine Zähne klapperten, und er begann, erneut zu schwimmen. Kurz vorm Rand streckte er seine Hand aus, da spürte er es wieder. Etwas berührte seinen Knöchel. Er wollte sich umdrehen, da umklammerte es ihn plötzlich und zerrte ihn mit Gewalt zurück ins tiefe Wasser. 

„Verdammt, lasst die Scheiße! Alan! Greg! Das ist nicht lustig!“ Gepackt von Angst strampelte Jerry im Wasser, doch der Griff um seinen Fuß blieb eisenhart. Langsam begann er, ihn unter Wasser zu ziehen. Jerry wehrte sich mit Händen und Füßen, schlug um sich, aber schon wenige Sekunden später war sein Kopf unter Wasser. Er presste die Lippen aufeinander und riss die Augen auf, konnte in dem dunklen Wasser jedoch nichts erkennen. 

Wild rudernd wollte er sich an die Oberfläche zurückkämpfen, doch die unsichtbare Kraft, die an seinem Knöchel zog, war stärker. 

Mit einem Mal sprangen die Lampen im Pool wieder an und hüllten ihn in hellblaues Licht. Endlich hatte jemand seine Not bemerkt. Man würde ihn sicher gleich rausholen. Geblendet schaute Jerry nach oben und erkannte, dass er sich schon sehr weit von der Oberfläche entfernt hatte. Wie ein schwarzes Tuch lag der Nachthimmel über dem Pool, als gehöre er zu einer anderen Welt, aber niemand erschien dort oben. Hatte man ihn doch nicht gesehen, und lag es nur an diesem verdammten Wackelkontakt, dass die Lampen wieder angegangen waren?

Die Luft in seinen Lungen wurde knapp, und Jerry schwamm mit aller Kraft gegen den unaufhaltsamen Sog nach unten an. Das Blut hämmerte gegen seine Schläfen, und helle Lichtblitze tanzten vor seinen Augen. Es war absurd, aber genau in diesem Moment musste er an Alans Kommentar über den tollen Sternenhimmel denken. Nur dass die Sterne jetzt hier bei ihm waren, unten im Wasser. Er sah zu seinem Fuß, an dem es noch immer zog und zerrte, und erschrak. Er steckte bis zum Knöchel in einem Filterschacht. Diese Dinger, durch die das Wasser zurück ins Becken gepumpt wurde. Aber normalerweise gab es doch Schutzgitter. Warum fehlte das hier? Verdammte Schlamperei! Sollte er jetzt etwa durch die Dämlichkeit einer dieser Thai-Kanaken, die sich um den Pool kümmerten, sterben?

Jerry versuchte, seinen Fuß zu befreien, zog immer panischer daran, doch es war nichts zu machen. Er hing fest. In seinem Kopf stampfte der Kolben eines Zehnzylinders auf sein Hirn ein, zerquetschte es zu Mus. Jerry spürte, wie sich sein Denken verflüssigte, wie sein Wille aus sämtlichen Öffnungen des Schädels herausgepresst wurde. Ohne dass er es verhindern konnte, begannen seine Lippen, unkontrolliert zu zittern, und Wasser drang in seinen Mund ein. Er schluckte es, um es nicht in die Lunge zu bekommen, aber immer mehr Wasser strömte nach und bahnte sich einen Weg in seine Luftröhre. Kalt und stechend. Jerry musste husten, sein Zwerchfell verkrampfte sich, und er sog das Wasser tiefer in seine Lungen ein. Ruckartig öffnete er den Mund und wollte schreien, aber nur wenige kleine Luftbläschen kamen hervor. Sie stiegen zur Oberfläche auf, während er am Grund gefangen war. Sein ganzer Körper zuckte. Die Sterne vor seinen Augen wurden größer, flossen zusammen zu einem großen, grellen Licht, das im Rhythmus seines Herzschlags pulsierte. 

Bumm bumm … bumm bumm …… bumm bumm ……… bumm bumm …………

Das berühmte Licht am Ende des Tunnels, dachte Jerry und kicherte. Was für ein abgefahrener Traum. Gleich morgen früh würde er seinen Kumpels davon erzählen. Nachdem er seinen Rausch am Pool ausgeschlafen hatte. Wenn nur diese Scheißkälte nicht wäre …

Das Licht begann zu flackern – als ob Kinder mit einem Lichtschalter spielten, allerdings mitten in seinem Kopf. Jerry wollte den Scheißbratzen zurufen, dass sie das gefälligst lassen sollten, doch kein Ton drang aus seiner Kehle. Dafür hörte er ein entferntes Kinderlachen. Es klang gemein und niederträchtig … und nicht menschlich. Plötzlich packte etwas seinen Hals und das Licht erlosch. Mit einem stummen Schrei auf den Lippen stürzte Jerry in die Schwärze.

Seelenflut (Ondragon 4)
Anette Strohmeyer

 

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  • Menschenhunger (Ondragon 1)
  • Totenernte (Ondragon 2)
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