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Porterville 06: “Vor den Toren”

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Die Finalfolge der ersten Staffel – jetzt erhältlich!

Porterville 06: “Vor den Toren”
Simon X. Rost
EUR 0,99 (76 Seiten)

„Sato wird jeden Moment auf die Bühne treten. Er wird von besseren Zeiten reden, einer rosigen Zukunft ohne Mangel, und dann wird er einen kleinen Scherz machen und die Menge, die gekommen ist, um der Eröffnung des Bedarfs-Centers beizuwohnen, wird lachen und ihren Bürgermeister beklatschen. Und dann wird er explodieren.“
(Jefferson Prey)

“Wunderbar! Habe jetzt alle 6 Teile gelesen und bin begeistert! Toller Schreibstil und eine spannende Geschichte! Ebenfalls noch ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Ist sehr an die Erzählweise des Darkside-Parks angelehnt, aber geht durchaus neue kreative Wege und knüpft wunderbar an das offene Ende der ersten Serie an. Voll empfehlenswert für jeden Mystery-Fan und besonders Leute die die Serie LOST schon mochten. Es sei gewarnt vor fiesen Cliffhangern! Freue mich schon auf den nächsten Teil! :)”
- Kevin Koslowski (5 Sterne, Amazon)

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Porterville 06: “Vor den Toren”
Simon X. Rost
EUR 0,99 (76 Seiten)

Porterville 06: “Vor den Toren”

„Sato wird jeden Moment auf die Bühne treten. Er wird von besseren Zeiten reden, einer rosigen Zukunft ohne Mangel, und dann wird er einen kleinen Scherz machen und die Menge, die gekommen ist, um der Eröffnung des Bedarfs-Centers beizuwohnen, wird lachen und ihren Bürgermeister beklatschen. Und dann wird er explodieren.“
(Jefferson Prey)

“Wunderbar! Habe jetzt alle 6 Teile gelesen und bin begeistert! Toller Schreibstil und eine spannende Geschichte! Ebenfalls noch ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Ist sehr an die Erzählweise des Darkside-Parks angelehnt, aber geht durchaus neue kreative Wege und knüpft wunderbar an das offene Ende der ersten Serie an. Voll empfehlenswert für jeden Mystery-Fan und besonders Leute die die Serie LOST schon mochten. Es sei gewarnt vor fiesen Cliffhangern! Freue mich schon auf den nächsten Teil! :)”
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Jahr 0034

Er wird sterben.
Der Mann, der einmal mein Freund war, wird in wenigen Minuten in tausend kleine Teile zerfetzt werden. Ich habe ein Päckchen für ihn. Exodyn steht auf diesem Päckchen. Es liegt auf der Kloschüssel vor mir. Zwei ineinander verschlungene Dreiecke bilden das Logo der Firma BenedictDynamics, das Sprengstoffe für den Bergbau und Abrissunternehmen herstellt.
Exodyn ist ein Plastiksprengstoff, was schlicht bedeutet, dass er formbar ist und wie eine Stange aus Knetmasse wirkt. Meine Finger zittern, als ich die Zünddrähte in das weiße Material mit der Konsistenz einer Spachtelmasse stecke, so wie es Morris Clayburne mir erklärt hat. Morris ist ein Bau- und Abrissunternehmer, der auf unserer Seite steht und das Zeug besorgt hat. Alter Bestand. Verschlossen in einem Stahlschrank, zu dem nur Morris den Schlüssel hat.
Die Drähte sind kurz und führen zum Zünder, der mit einem handelsüblichen Küchenwecker verbunden ist, wie man ihn zum Eierkochen benutzt. Ich umwickle das Päckchen mit Klebeband und hoffe, dass niemand die Toilette betritt. Ich bin schon zu lange hier drin. Man wird mich vermissen.
Mach schneller, verdammt!
Ich habe die Handgriffe drei dutzend Mal geübt, bis ich sie im Schlaf beherrschte. Ich darf keinen Fehler machen. Es darf einfach nicht schiefgehen. Die Musik des kleinen Orchesters dringt selbst durch die Toilettentür zu mir. Sato wird jeden Moment auf die Bühne treten. Er wird von besseren Zeiten reden, einer rosigen Zukunft ohne Mangel, und dann wird er einen kleinen Scherz machen, und die Menge, die gekommen ist, um der Eröffnung des Bedarfscenters beizuwohnen, wird lachen und ihren Bürgermeister beklatschen.
Und dann wird er explodieren.
Aber noch ist er nicht auf der Bühne. Er wartet noch auf seine Rede, die ich in meiner Aktentasche habe.
Die Aktentasche war ein Geschenk von Rhonda, meiner Frau. Ich hoffe, sie verzeiht mir. Ich drehe den Zeiger der Eieruhr auf drei Minuten und stecke das tickende Päckchen zurück in meine Aktentasche, als jemand die Toilette betritt.
„Mister Prey? Sind Sie hier?“
Ich drücke die Spülung, das Wasser rauscht in die Schüssel und dann öffne ich die Tür. Neonröhren tauchen den grün gekachelten Raum in ein diffuses Licht, und die Urinalsteine verströmen einen stechend süßlichen Geruch. Ich stecke mir das Hemd zurück in die Hose, als ich zum Waschbecken trete, und bedenke Treyvon, den hünenhaften Mitarbeiter der IFIS, der sich um Satos Personenschutz kümmert, mit einem dünnen Lächeln.
„Treyvon. Hatten Sie Sehnsucht nach mir?“
Treyvon verzieht keine Miene. „Der Bürgermeister wartet und wir haben uns Sorgen gemacht, Mr. Prey, Sir. Ist Ihnen nicht wohl?“
„Alles in Ordnung, Treyvon. Muss am Fisch gestern Abend gelegen haben. Aber jetzt geht’s mir besser.“
Treyvon nickt, aber täusche ich mich, oder bleibt der Schatten eines Zweifels in seinem Gesicht zurück? Ahnt er etwas? Misstraut er mir? Hört er das Ticken der Eieruhr? Ich gebe mir Mühe, laut zu sein, wasche mir die Hände, und greife dann nach meiner Aktentasche. Sie kommt mir ungewöhnlich schwer vor, als ich sie hochnehme. Zu schwer. Treyvon hält mir die Tür auf.
„Wie geht’s Jamal und Teisha, Treyvon? Alle gesund?“, frage ich ihn.
Auf Treyvons Gesicht erscheint der Anflug eines Lächelns. „Jamal ist ein echter Wildfang und Teishas Aufsässigkeit beschert meiner Frau und mir graue Haare, aber was soll ich sagen, Sir? Wir lieben sie trotzdem.“
„Sicher tun Sie das, Treyvon“, nicke ich lächelnd und hoffe gleichzeitig, dass Treyvon weit genug entfernt von Sato sein wird, wenn der Sprengsatz in meiner Tasche explodiert. Er wird allein auf der Bühne stehen, und Morris hat mir versichert, dass er den Sprengstoff genau bemessen hat und dass niemand außer Sato verletzt werden wird.
Wir laufen durch einen kahlen Gang, an dessen Wänden für Sonderangebote geworben wird, zurück in die Haupthalle des Bedarfscenters. Früher war es die Bibliothek, in der mein Vater gearbeitet hat. Sie haben das Gebäude zu einem Supermarkt umfunktioniert. In den endlosen Regalreihen, in denen einst das Wissen dieser Welt stand, sind jetzt Seife und Konservendosen, Fleischersatz und Mehl gestapelt. Die Menge johlt bereits, Sato ist ans Rednerpult auf der kleinen, improvisierten Bühne getreten. Er reckt die Arme und badet im Applaus der Menge. Sein Blick geht zu mir und er wirkt erleichtert, als er mich sieht. Er wartet auf seine Rede.
Sato wartet nicht gerne.
Ich werde die drei Treppenstufen zur Bühne hochgehen, Sato die Rede aus meiner Aktentasche geben und die Tasche mit dem Sprengsatz einfach neben ihm stehenlassen. Ich schätze mal, mir bleiben noch zwei Minuten, bis der Sprengsatz detoniert. Und das Leid und Elend in dieser Stadt ein Ende hat.
In den Stuhlreihen hinter der Bühne entdecke ich Charlotte, meine Sekretärin. Sie weiß, was ich vorhabe. Ich fange ihren Blick auf. Sie nickt mir zu. Entschlossen. Mit einem grimmigen Lächeln.
„Tu es!“, sagen ihre Augen.
Und ich tue es.

Porterville, Folge 6 “Vor den Toren”
Simon X. Rost

> mehr über den Autor

  • Darkside Park
  • Porterville: Edition I (Folgen 1-6)
  • Porterville Edition II (Folgen 7-12)
  • Porterville Edition III (Folgen 13-18)
  • Porterville 01: “Von Draußen”
  • Porterville 02: “Die verlorene Kolonie”
  • Porterville 03: “Nach dem Sturm”
  • Porterville 04: “Träume der Termiten”
  • Porterville 05: “Die Akte Tori”
  • Porterville 06: “Vor den Toren”
  • Porterville 07: “Götterdämmerung”
  • Porterville 08: “Die Chronistin des Bösen”
  • Porterville 09: “14 Sekunden”
  • Porterville 10: “Projekt Zero-Zero”
  • Porterville 11: “Der Hudson-Code”
  • Porterville 12: “Das Draußen”
  • Porterville 13: “Die Ausgestoßenen”
  • Porterville 14: “Die Akte Richthofen”
  • Porterville 15: “Im Garten der Schlangen”
  • Porterville 16: “Zeichen des Zerfalls”
  • Porterville 17: “Der Turm”
  • Porterville 18: “Versuchung”

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