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Rosemarys Sohn

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Der Fortsetzungsroman von "Rosemarys Baby"

Rosemarys Sohn
Ira Levin
EUR 4,99 (256 Seiten)

Was ist aus Rosemary und ihrem Baby geworden? Der Fortsetzungsroman von Ira Levin, dem Meister der Suspense, spielt dreiunddreißig Jahre nach der Geburt von Rosemarys Sohn. Es ist das Jahr 1999 und Rosemary Woodhouse erwacht aus einem langen Koma. Sie ist mittlerweile über 50 Jahre alt und kann sich an kaum etwas erinnern – außer an ihren Sohn Andy. Rosemary macht sich auf die Suche nach Andy und muss erkennen, dass ihr Sohn einen prominenten Lebensweg eingeschlagen hat: als Retter der Menschheit …

Der zweite Teil des bekannten Horror-Klassikers „Rosemarys Baby“ von Ira Levin – zum ersten Mal in deutscher Sprache als eBook erhältlich.

Rosemarys Sohn
Ira Levin
EUR 4,99 (256 Seiten)

Rosemarys Sohn

Was ist aus Rosemary und ihrem Baby geworden? Der Fortsetzungsroman von Ira Levin, dem Meister der Suspense, spielt dreiunddreißig Jahre nach der Geburt von Rosemarys Sohn. Es ist das Jahr 1999 und Rosemary Woodhouse erwacht aus einem langen Koma. Sie ist mittlerweile über 50 Jahre alt und kann sich an kaum etwas erinnern – außer an ihren Sohn Andy. Rosemary macht sich auf die Suche nach Andy und muss erkennen, dass ihr Sohn einen prominenten Lebensweg eingeschlagen hat: als Retter der Menschheit …

Der zweite Teil des bekannten Horror-Klassikers „Rosemarys Baby“ von Ira Levin – zum ersten Mal in deutscher Sprache als eBook erhältlich.

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Am Dienstag, den 9. November 1999, einem frischen, klaren Morgen, verlässt Dr. Stanley Shand, ein zweimal geschiedener, pensionierter Zahnarzt, sein Apartment in der Amsterdam Avenue zu seinem täglichen Spaziergang. Trotz seiner neunundachtzig Jahre geht er mit energischem Schritt, den mit einer karierten Kappe bedeckten Kopf erhoben und mit glänzenden Augen. Seine gute Gesundheit und ein Geheimnis beleben ihn, ein herrliches Geheimnis, das jeden seiner wachen Augenblicke erwärmt. Er ist beteiligt – tatsächlich ist er seit kurzem der einzige noch lebende Beteiligte – an einem kosmischen Ereignis, das sich dreiunddreißig Jahre lang vorbereitete und nun zwei Monate vor seiner letzten Erfüllung steht.
An der Ecke Broadway und 74. Straße schießt ein außer Kontrolle geratenes Taxi über den Bürgersteig und quetscht Dr. Shand gegen die Wand des Beacon Theatre. Er stirbt auf der Stelle.
Im selben Augenblick – ein paar Sekunden nach 11:03 Uhr vormittags – öffnen sich im Halsey-Bodein Nursing Home, einem Pflegeheim in Upper Montclair, New Jersey, die Augen der Patientin auf Zimmer 215. Die ganzen Jahre über, die die Patientin sich hier befand, waren sie geschlossen – seit irgendwann in den siebziger Jahren, so lange irgendjemand im Heim zurückdenken kann.
Eine runzlige schwarze Krankenschwester, die gerade den rechten Arm der Patientin massiert, beweist außerordentliche Geistesgegenwart. Sie schluckt, schnappt überrascht nach Luft und fährt mit der Massage fort. »Hi, Baby«, sagt sie leise, »schön, dass Sie wieder bei uns sind.« Auf dem Namensschild an ihrer Schwesterntracht steht CLARISE; darüber hängt ein Button mit der Aufschrift I LOVE ANDY. Die Schwester macht eine Hand frei, streckt sie nach dem Nachttisch aus und drückt auf einen Knopf.
Die Augen der Patientin, die nach oben starren, blinzeln. Ihre Lippen spitzen sich, glänzend von Speichel. Sie ist Ende fünfzig, blass und feingliedrig. Ihr Kopf mit dem ergrauten, ordentlich gekämmten rotbraunen Haar rollt zur Seite; ihre blauen Augen schauen bittend.
»Es wird alles gut«, sagt Clarise zu ihr und drückt wieder und wieder auf den Knopf. »Keine Sorge, jetzt wird es Ihnen besser gehen.« Sie lässt den Arm der Frau auf das Bett sinken. »Ich hole den Arzt«, sagt sie. »Keine Sorge. Bin gleich wieder da.«
Die Frau sieht ihr nach, als sie geht.
»TIFFANY! Nimm die verdammten Kopfhörer ab! Hol Atkinson! Zweihundertfünfzehn hat die Augen aufgemacht! Sie ist wach! Zweihundertfünfzehn ist wach!«

Was in Gottes Namen war passiert?
Sie hatte gegen sieben Uhr abends am Schreibtisch vor dem Schlafzimmerfenster gesessen, während Andy wenige Meter entfernt auf dem Boden lag und fernsah. Sie tippte einen Brief nach Hause über einen Umzug nach San Francisco und versuchte, Kukla und Ollie und die verdammte, lärmende Hexenversammlung nebenan bei Minnie und Roman nicht zu hören – und nun lag sie hier in einem sonnigen Krankenzimmer mit einem Tropf im Arm und einer Krankenschwester, die den anderen Arm massierte. War Andy auch verletzt? Oh, Gott, bitte nicht! Hatte es irgendeine Katastrophe gegeben? Warum erinnerte sie sich an nichts?
Sie streckte die Zungenspitze aus dem Mund und leckte sich die Lippen; sie waren mit irgendeiner nach Minze schmeckenden Salbe bestrichen. Wie lange hatte sie geschlafen? Einen Tag? Zwei? Ihr tat nichts weh, aber sie konnte sich nicht richtig bewegen. Sie bemühte sich, ihre Kehle freizumachen.
Die Schwester kam eilig wieder herein. »Der Arzt ist unterwegs«, sagte sie. »Nur die Ruhe.«
Rosemary flüsterte: »Ist … mein Sohn hier?«
»Nein, nur Sie. Sie sprechen! Loben Sie den Herrn!« Die Schwester zog einen Ärmel über Rosemarys Arm hinunter, drückte ihre Hand und trat ans Fußende des Bettes. »Loben Sie Jesus!«
Rosemary sagte: »Was … ist passiert?«
»Das weiß keiner, Baby. Sie waren einfach weg.«
»Wie lange?«
Clarise zog eine Decke hoch und legte sie um Rosemarys Schultern. Sie runzelte die Stirn. »Ich weiß nicht so recht. Ich war nicht hier, als Sie ankamen. Fragen Sie den Arzt.« Sie lächelte auf Rosemary nieder, CLARISE mit ihrem LOVE ANDY-Button.
»Mein Sohn heißt Andy«, sagte Rosemary und lächelte zurück. »Bedeutet das Herz Liebe?«
»Genau«, sagte Clarise. Sie berührte den runden weißen Button mit einem Finger. »›I love Andy.‹ Die werden jetzt schon seit … seit einer Weile hergestellt. Es gibt sie auch mit ›I love New York.‹ Alles Mögliche.«
Rosemary sagte: »Niedlich. Habe ich noch nie gesehen.«
Ein Mann in weißem Kittel drängte sich unter Entschuldigungen zwischen einigen älteren Leuten durch, die zur Tür hereinschauten, ein großer Mann mit ingwerfarbenem Haar und einem struppigen, ingwerfarbenen Bart. Clarise drehte sich um und trat zur Seite, als er hereinkam und die Tür schloss. »Sie spricht, und sie kann den Kopf bewegen.«
»Hallo, Miss Fountain!«, sagte der Arzt, ging zum Bett und lächelte sie durch seinen ingwerfarbenen Bart an. Er legte seine Tasche und einen Hefter auf einen Stuhl neben dem Bett. »Ich bin Dr. Atkinson«, sagte er und schlug die Seite der Decke zurück. »Das sind ja großartige Neuigkeiten.« Er nahm Rosemarys Handgelenk in seine warmen Finger und schaute auf die Uhr an seinem erhobenen Arm.
»Was ist mit mir passiert?«, fragte sie. »Wie lange bin ich schon hier?«
»Gleich«, sagte der Arzt und beobachtete die Uhr. Er sah aus, als sei er unter dem Bart nicht viel älter als sie, irgendwo Mitte dreißig. Ein ultramodernes Stethoskop hing wie eine schmale chromglänzende Halskette über seiner Jacke, die das Namensschild DR. ATKINSON auf einer Seite und einen LOVE ANDY-Button auf der anderen aufwies – sie überlegte, dass Andy wohl jemand vom Personal oder ein besonders beliebter Patient war. Sie würde versuchen, auch so einen Button zu bekommen, bevor sie ging.
Dr. Atkinson ließ ihr Handgelenk los und lächelte zu ihr hinunter. »So weit, so gut«, sagte er. »Überraschend. Haben Sie bitte noch eine Minute Geduld. Ich möchte sichergehen, dass wir Sie nicht wieder verlieren, und dann sage ich Ihnen alles, was wir wissen. Tut Ihnen irgendwas weh?«
»Nein«, sagte sie.
»Gut. Versuchen Sie, sich zu entspannen; ich weiß, dass es nicht leicht sein wird.«
Das war es nicht. Alles, was wir wissen …
Das bedeutete, dass es manche Dinge gab, die sie nicht wussten …
Und der Name, bei dem er sie genannt hatte, Miss Fountain …
In ihrem Magen wuchs eine eisige Höhlung – während der Arzt ihr Herz und ihre Augen und Ohren und ihren Blutdruck prüfte.
Sie war länger als zwei Tage hier, da war sie sicher. Zwei Wochen?
Sie hatten einen Bann über sie gesprochen, Minnie und Roman und die restliche Hexenversammlung. Darum hatte es sich bei ihren lauten Gesängen gedreht. Sie hatten herausgefunden, dass sie Andy dreitausend Meilen von ihnen wegbringen wollte, dass sie die Flugtickets schon gekauft hatte.
Sie erinnerte sich, wie sie einen Bann über ihren alten Freund Hutch gesprochen hatten, damals, als sie schwanger war, weil sie Angst hatten, er wisse genug über Hexerei, die richtige Hexerei, um herauszufinden, was sie ihr angetan hatten und wessen Kind sie trug. Der arme Hutch hatte drei oder vier Monate in einem unerklärlichen Koma gelegen und war dann gestorben. Sie hatte Glück, am Leben zu sein, aber was war mit Andy? Er war völlig in ihrer Hand, solange sie hier lag; sie würden die Seite an ihm nähren und fördern, über die sie nicht nachzudenken versuchte. »Verdammte Bande!«, sagte sie.
»Tut mir leid, ich hab‘ Sie nicht verstanden«, sagte der Arzt und setzte sich neben das Bett. Er zog den Stuhl näher heran und beugte seinen ingwerfarbenen Kopf über sie.
»Wie lange?«, fragte sie ihn. »Wochen? Monate?«
»Miss Fountain …«
»Reilly«, sagte sie. »Rosemary Reilly.«
Er wich zurück, öffnete die Mappe auf seinem Schoß, schaute darauf nieder.
»Sagen Sie es mir!«, sagte sie. »Ich habe einen sechsjährigen Sohn, der mit … er ist bei Leuten, denen ich nicht vertraue.«
»Sie wurden hier eingeliefert«, sagte Dr. Atkinson, in seine Mappe schauend, »von Mr. und Mrs. Clarence Fountain, als deren Enkelin, Rosemary Fountain.«
»Die Fountains«, sagte Rosemary, »gehören zu dem … zu dieser Gruppe von Leuten, von der ich rede. Sie sind diejenigen, die mich hierher gebracht haben, ich meine, die mich ins Koma versetzt haben. War es nicht das, ein ›unerklärliches Koma‹?«
»Ja, aber ein Koma ist nicht …«
»Ich weiß, was mit mir gemacht wurde«, unterbrach sie ihn und stützte sich auf einen Ellbogen; dann fiel sie zurück. Sie versuchte, sich erneut aufzusetzen, obwohl er sie davor warnte und die Hände ausstreckte; diesmal bekam sie den Ellbogen an eine Stelle, wo sie sich abstützen konnte. Sie blieb aufgerichtet, Auge in Auge mit Dr. Atkinson. »Ich weiß, was mit mir gemacht wurde«, sagte sie, »aber ich werde es Ihnen nicht sagen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass Sie mich für verrückt halten werden. Das bin ich nicht. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir bitte genau sagen würden, wie lange ich schon hier bin, wo genau ich bin und wann ich nach Hause gehen kann.«
Dr. Atkinson lehnte sich zurück und holte Luft. Er schaute sie ernst an. Dann sagte er: »Sie sind in einem Pflegeheim in Upper Montclair, New Jersey.«
»In einem Pflegeheim?«, sagte sie.
Er nickte. »Halsey-Bodein. Wir sind auf … Langzeitpflege spezialisiert.«
Sie starrte ihn an. »Was ist heute für ein Tag?«, sagte sie.
»Dienstag«, sagte er, »der neunte November …«
»November?«, sagte sie. »Gestern Abend war Mai! Großer Gott!«
Sie fiel in die Kissen zurück, beide Hände über dem Mund; ihre Augen, in denen Tränen aufstiegen, waren weit aufgerissen. Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober … sechs Monate! Aus ihrem Leben gestohlen! Und Andy in ihren Händen, die ganzen sechsmal dreißig Tage und Nächte!
Sie sah, dass der Arzt sie noch immer ernst anschaute und Distanz bewahrte …
Sie nahm die Hände vom Mund und führte sie vor ihre Augen. Ihre Handrücken, die Haut, war … fleckig. Ein brauner Fleck, zwei … Sie berührte eine Hand mit den Fingerspitzen der anderen. Sah den Arzt an.
»Sie sind schon sehr lange hier«, sagte er. Nun beugte er sich über sie, nahm ihre Hand und umfasste sie. Hielt sie fest. Clarise, auf der anderen Bettseite, nahm ihre andere Hand. Sie schaute von einem zum anderen, die Augen aufgerissen, mit zitternden Lippen.
»Möchten Sie ein Beruhigungsmittel?«, fragte der Arzt.
Sie schüttelte den Kopf. »Nein«, sagte sie. »Nein. Ich will nicht wieder schlafen. Nie wieder. Wie alt bin ich? Welches Jahr haben wir?«
Er schluckte, Tränen in den Augen. »Es ist – 1999«, sagte er.
Sie starrte ihn an.
Er nickte.
Clarise bestätigte es mit einem Nicken, biss sich auf die Lippen.
»Sie wurden im September 1972 hier eingeliefert«, sagte Dr. Atkinson und blinzelte. »Vor etwas mehr als siebenundzwanzig Jahren. Davor waren Sie vier Monate im New York Hospital. Die Fountains, wer immer sie waren, haben einen Treuhandfonds eingerichtet, aus dem seither Ihre Pflege bezahlt worden ist.«
Sie lehnte sich zurück, schloss die Augen, schüttelte den Kopf. Unmöglich! Unmöglich! Die Hexenversammlung hatte gewonnen! Andy war jetzt erwachsen, ein Fremder, von ihnen großgezogen, auf ihre Art, für ihre Zwecke! Er konnte inzwischen überall sein, auch tot, sie hatte keine Ahnung! »Oh, Andy, Andy!«, weinte sie.
Dr. Atkinson fragte mit großen Augen: »Woher wissen Sie von Andy?«

Rosemarys Sohn
Ira Levin

 

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